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Historie Rote Raben Vilsbiburg

Historie Rote Raben Vilsbiburg

Die Roten Raben: Ein Volleyballbundesligist, der die Bodenhaftung nie verloren hat

Der Volleyballsport hat in der niederbayerischen Kleinstadt Vilsbiburg eine lange Tradition. Aus kleinsten Anfängen wurde von einer Handvoll Volleyball-Enthusiasten eine Volleyballabteilung aufgebaut, die bereits in den 80er Jahren den Sprung in die erste Volleyball-Bundesliga geschafft hatte; ausschließlich mit Vilsbiburger Eigengewächsen. Nach einer kurzen Durststrecke begann in den 90er Jahren dann der Wiederaufbau und im Jahr 2001 war man wieder in der ersten Liga angelangt. Das ist bis heute so geblieben. Die besten Ergebnisse waren in den Spielzeiten 2004/2005 und 2005/2006 erzielt worden. Beide Male beendeten die Rote Raben als Vizemeister die Bundesliga-Saison.
Acht volleyballbegeisterte männliche Jugendliche haben sich unter der Federführung von Ekkehard Wetzel zusammengefunden und am 2. Oktober 1971 die Abteilung gegründet, die damals "Turnspiele" im TSV hieß, später dann Abteilung Volleyball im TSV. Erster Abteilungsleiter war Elmar Staffler, der zwei Jahre später von Franz Schober abgelöst wurde. 1971 wurde der Spielbetrieb mit einer Herrenmannschaft in der Bezirksliga aufgenommen. 1972 kam eine Damenmannschaft dazu, die gleich bis in die Landesliga Süd aufstieg. Im dritten Jahr schaffte sie den Aufstieg in die Bayernliga, wo sie ohne Punktverlust Bayerischer Meister wurde und in die Regionalliga aufsteigen konnte. Nach zehn Jahren Vereinsgeschichte, also 1981 gelang der Aufstieg der Damen in die erste Bundesliga. Ein Reporter der Süddeutschen Zeitung schilderte damals den Aufstieg nicht ohne jenes, vorsichtig formuliert, gewisse überlegenheitsgefühl, das die Großstädter "Provinzlern" und erst recht einer niederbayerischen Kleinstadt gegenüber an den Tag legen und brachte dies gleich in der überschrift poetisch zum Ausdruck: "Wenn Gulliver auf Reisen geht....." Das Vilsbiburger Team spielte dann neun Jahre in der ersten Volleyball-Bundesliga. In dieser Zeit - im April 1987 - trennte sich die Volleyballabteilung vom TSV Vilsbiburg und wurde ein eigenständiger Verein.
1995, die Damen waren wieder bis in die Bezirksliga abgerutscht, übernahm Klaus-Peter Jung-Kronseder das Ruder bei dem Vilsbiburger Volleyballverein. Eines seiner Hauptanliegen war von Anfang an der Auf- und Ausbau der Nachwuchsmannschaften. Durch sein Konzept brachten es die Volleyballer in den Spitzenjahren auf 23 Jugendteams. Getreu dem Motto "Wenn etwas tun, dann richtig!" orientierte sich das Vorstandsteam mit Jung-Kronseder an der Spitze aber auch schnell in Richtung Leistungssport. Was folgte war der Durchmarsch der Damen von der Landes- in die Bundesliga und die kontinuierliche Entwicklung zu einem der nachwuchsstärksten Volleyball-Clubs Deutschlands. Das Volleyballfieber ließ ihn bis heute nicht los. Im November 1998 - damals spielten sie gerade in der zweiten Bundesliga - gingen die Vilsbiburger Volleyballer wieder einen neuen Weg. Sie benannten sich in Rote Raben Vilsbiburg um und sorgten mit einem attraktiven Rahmenprogramm dafür, dass jedes Heimspiel der Roten Raben zu einem gesellschaftlichen Ereignis wurde. Ein Weg, den mittlerweile viele andere Bundesligisten ebenfalls eingeschlagen haben.
Dennoch setzen die Roten Raben nicht zum Höhenflug an und verloren nicht die Bodenhaftung. Dank einer soliden Finanzpolitik entwickelten sie sich Schritt für Schritt weiter und haben sich in der deutschen Volleyballszene einen wohlklingenden Namen erarbeitet. Unter Trainer Michael Schöps schaffte es die Mannschaft zwei Mal - 2004/2005 und 2005/2006 - den Vizemeistertitel zu erkämpfen. Die Krönung war in der Saison 2007/2008 unter Guillermo Gallardo, der die Raben gleich in seiner ersten Saison als Raben-Trainer zum Meistertitel führte. In der vergangenen Saison haben die Roten Raben dann noch einmal nachgelegt: Erstmals in ihrer Vereinsgeschichte schnappten sie sich vor rund 9000 Zuschauern im Gerry Weber Stadion den DVV-Pokal. In einem dramatischen Finale besiegten sie den Dresdner SC mit 3:2. Zudem waren sie im CEV-Pokal unter den besten Vier und verfehlten in der Bundesliga nur ganz knapp die Titelverteidigung; zum Schluss mussten sie sich mit Platz zwei "zufrieden geben".
Dabei setzen sie nach wie vor auf eine intensive Jugendarbeit, um ihren Eigengewächsen den Sprung in die höchste deutsche Spielklasse zu ermöglichen. In der Saison 2006/2007 wurde ein weiterer Meilenstein geschaffen: Die zweite Mannschaft schaffte den Aufstieg in die zweite Bundesliga Süd. Mit ihrem Trainer Werner Neumeier belegten sie in der ersten Saison gleich einen achtbaren Mittelfeldplatz. Hier haben die Nachwuchstalente der Roten Raben die Möglichkeit, sich langsam an das Niveau der ersten Bundesliga heran zu arbeiten.
Auch für die kommende Saison haben sich die Roten Raben vorgenommen, wieder eine gute Rolle in der Bundesliga zu spielen. Das gilt sowohl für die Zweite in der zweiten Bundesliga, bei der in dieser Saison Mirko Pansa das Sagen hat. Er ist von den Fighting Kangaroos Chemnitz gekommen und möchte mit seinem Fachwissen dazu beitragen, dass die Roten Raben in der zweiten Mannschaft weiterhin ein Ausbildungsteam haben, das die jungen Raben fordert und fördert, um sie fit für die erste Liga zu machen.
Das gilt aber natürlich auch für das Erstligateam um Raben-Trainer Guillermo Gallardo. Es muss in dieser Saison mit einer Umbruchsituation zurecht kommen. Vier erfahrene Spielerinnen haben den Verein verlassen. Dafür wurden mit Lena Möllers, Sarah Petrausch, Yamila Nizetich, Sheila Shaw und Marika Serafin drei junge, talentierte und zwei erfahrene Spielerinnen verpflichtet, die mithelfen sollen, die Erfolgsgeschichte der Roten Raben weiter zu schreiben.


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