Rabenhorst

Main_internat

Mädchen aus München, Mitterteich und Mauerstetten leben ihren Volleyball-Traum in Vilsbiburg

Das vereinseigene Jugendinternat mit seinem großen Einzugsgebiet ist eine der Säulen für den Erfolg der Roten Raben als DVV-Pokalsieger 2014

Seit Jahren schon ist Vilsbiburg die bayerische Landeshauptstadt in Sachen Frauen- Volleyball. Mittlerweile sind die Roten Raben sogar der einzige Erstligist, der in der Konkurrenz mit weit größeren Standorten wie Dresden, Wiesbaden, Schwerin oder Münster bestehen und sich oft genug sogar überzeugend durchsetzen kann. Jüngstes Beispiel war der Gewinn der DVV-Pokals 2014, den sich die Roten Raben Anfang März vor über 10.000 Zuschauern in Halle/Westfalen mit einem beeindruckenden 3:0 gegen die VolleyStars Thüringen holten.

Eine der wichtigen Grundlagen für den anhaltenden Erfolg des Vilsbiburger Volleyballs ist die Nachwuchsarbeit, deren zentrale Einrichtung das vereinseigene Jugendinternat „Rabenhorst“ ist. Beim bundesweit stark beachteten Pokal-Triumph in Halle standen mit Anna Pogany, Lena Stigrot, Antonia Kaiser und Isabelle Liebchen nicht weniger als vier junge Damen im Aufgebot (und damit letztlich auf dem Siegerpodium), die das Internat durchlaufen haben bzw. noch dort leben.

Im Herbst 2009 wurde das Raben-Internat am Daimlerweg offiziell seiner Bestimmung übergeben. Libera Anna Pogany und Außenangreiferin Lena Stigrot, beide Jahrgang 1994, gehörten zur Startformation des Hauses, lebten dort rund vier Jahre lang, absolvierten das duale Programm Volleyball-Ausbildung/Schullaufbahn und haben mittlerweile jenes sehr respektable Bundesliga-Niveau erreicht, das sie zu permanenten Einsätzen in der höchsten deutschen Volleyball-Liga befähigt.

Aktuell wohnen sechs Mädels im „Rabenhorst“, und allein ihre jeweilige Herkunft ist mehr als nur ein zarter Hinweis auf das enorme Einzugsgebiet des Internats: Antonia Kaiser kommt aus Mauerstetten im Allgäu, Michaela Dutz aus Mitterteich in der nördlichen Oberpfalz, , Lena Baumann aus Furth im Wald sowie Chantal Martin und Cassandra Ruß aus München. Bei Isabelle Liebchen, der sechsten Bewohnerin, liegen die Dinge ein bisschen komplizierter: Sie wurde in den USA geboren und zog als 15-jähriges Volleyball-Talent aus England gezielt nach Vilsbiburg, um hier die bestmögliche Förderung zu erhalten. Sie tat dies zunächst ohne ihre Eltern, die übrigens aus Ulm (der Vater) und aus Holland (die Mutter) stammen und sich einst in Spanien kennenlernten.

Man sieht, die Strahlkraft des Raben-Internats macht weder vor den bayerischen noch vor den deutschen Grenzen Halt. Das mag auch damit zusammenhängen, dass es offizieller Stützpunkt des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) ist, womit die sehr guten Standortbedingungen in Vilsbiburg auch den Ritterschlag von der höchsten Verbandsebene erhalten haben.

Das langfristige Ziel, das die Mädchen antreibt, wenn sie ins Raben-Internat kommen, ist eine Karriere in der Bundesliga, vielleicht sogar eines Tages in der Nationalmannschaft. „Natürlich ist das mein Traum“, sagt Isabelle Liebchen, die rund um das Pokal-Finale schon mal einen hochinteressanten Profi-Schnupperkurs absolvierte. Als zweite Libera war sie in den Kader des Bundesliga-Teams gerutscht und am 2. März im überwältigend stimmungsvollen Gerry Weber Stadion ganz nah dran an den Mädels auf dem Feld. „Das war schon richtig cool“, schwärmt sie, „da möchte man gerne nochmal hin. Das ist ein riesiger Ansporn.“

Üblicherweise spielen die jungen Internats-Damen in der zweiten Mannschaft der Roten Raben. Das Team des schwedischen Trainers Ronny Johansson hat eine starke Zweitliga- Saison gespielt und über weite Strecken sogar in der Spitzengruppe mitgemischt. Die Trainingsintensität beläuft sich in der Regel auf 12 Stunden wöchentlich. Dazu kommen bei einzelnen Spielerinnen noch Zusatzschichten – so geht Isabelle Liebchen dienstags und donnerstags noch vor der Schule immer von 7 bis 8.20 Uhr ins individuelle Libera- Training.

Dass sich die Mädchen im „Rabenhorst“ so wohl fühlen, ist maßgeblich das Verdienst der beiden Betreuerinnen Karin Schwimmbeck und Veronika Majova. Sie bieten den Spielerinnen einen Rundum-Service im besten Sinne des Worts – sie kochen, kaufen ein, erledigen Fahrdienste – und nehmen vor allem auch in sozialer und emotionaler Hinsicht eine Art Mutterrolle für die jungen Bewohnerinnen ein. Dass die Internats- Mädels auch eine professionelle ärztliche Betreuung bekommen und der Physiotherapeut sogar Hausbesuche am Daimlerweg macht, rundet das Wohlfühl-Paket für die Volleyball-Talente im „Rabenhorst“ ab.

Zum Ende dieses Schuljahres werden nun wieder einige Plätze im Internat frei. Wer Interesse bzw. gezielte Fragen zu diesem Projekt hat, knüpft einen ersten, unverbindlichen Kontakt mit Moritz Kronseder Mapeli unter moritz.kronseder@roteraben.de

 

Foto KaiserStigrotPoganyLiebchen