Rote Raben - Logo
Homepage der Roten Raben
Mikasa - Logo
Rote Raben - Logo
Rote Raben - Logo

Ticketservice

Rote Raben

Newsletter





Aktuelle Umfrage
Was wuenscht ihr euch fuer die neue Saison?
Erfolge!
mehr Fanartikel
mehr News
DVL-Logo
Vilsbiburger Zeitung vom 07.05.2010

Die Krönung einer herausragenden Karriere

Von Bernhard Beez

Von einer gegenseitigen Zuneigung auf den ersten Blick zu sprechen, wäre sicherlich übertrieben. „Als ich das allerste Mal nach Vilsbiburg gekommen bin, habe ich mir gedacht: ‘Was ist das denn für ein Kaff’“, erinnert sich Katja Wühler an ihre mittlerweile knapp neun Jahre zurückliegende erste Begegnung mit der kleinen Stadt im beschaulichen Vilstal. Kein Wunder, denn bis dahin war die damals 21-Jährige in der Volleyballbundesliga beim Dresdner SC aktiv und damit sicherlich andere Dimensionen gewöhnt. Doch auch in Vilsbiburg war die Euphorie bei den Anhängern eher überschaubar. Schließlich war Katja Wühler damals in der Volleyballszene noch ein völlig unbeschriebenes Blatt und von den Roten Raben eigentlich nur als „Zugabe“ zur weitaus bekannteren Yvonne Zymara verpflichtet worden. „Ich war damals halt das Anhängsel“, blickt Katja Wühler heute lächelnd zurück.
Lächelnd deshalb, weil sie allen Skeptikern längst das Gegenteil bewiesen hat und am phänomenalen Aufstieg der Vilsbiburgerinnen – vom Underdog bis hin zum Gewinn der Deutschen Meisterschaft – hohen Anteil hat. Am Samstagabend wird Katja Wühler ihre aktive Laufbahn im Dress der Roten Raben mit dem Heimspiel gegen Aurubis Hamburg beenden und hat dabei die große Chance, ihrer herausragenden Karriere mit dem zweiten Titelgewinn die Krone aufzusetzen.
Heutzutage ist es im Hochleistungssport fast schon zu einer Ausnahmeerscheinung geworden, wenn ein Spieler einem einzigen Verein über so viele Jahre die Treue hält. Katja Wühler bereut es nicht, dass sie den Verlockungen – vor allem aus dem Ausland – stets widerstanden hat: „Es gab zwar immer wieder mal Angebote aus Italien oder beispielsweise auch aus Istanbul, aber ich habe das nie mit der letzten Konsequenz verfolgt. Ich bin halt nicht der Typ Weltenbummler. Und warum hätte ich etwas aufgeben sollen, das so gut funktioniert?“ Damit spielt die 31-Jährige auf das familiäre Klima bei den Roten Raben an, das ihrer Mentalität sehr entgegenkommt: „Hinter all den Erfolgen steckt extrem viel Arbeit auf allen Ebenen. Ob die medizinische Betreuung, die Dienstfahrzeuge, die Wohnungen, die wir gestellt bekommen – das sind ja eigentlich alles banale Sachen. Aber wenn ich höre, was in diesen Nebenbereichen bei anderen Vereinen los ist, dann ist das hier einfach das Nonplusultra.“

Neun Jahre sind im Leistungssport eine halbe Ewigkeit, stets durchsetzt mit Höhen und Tiefen. „Zum Glück überwiegen in meiner Karriere eindeutig die schönen Momente“, meinte Katja Wühler. Dazu zählen natürlich in erster Linie der erstmalige Gewinn der Deutschen Meisterschaft mit Vilsbiburg im Jahre 2008 sowie der Erfolg im Pokalfinale im Jahr darauf. In der gleichen Saison wurde sie zudem im „Final Four“ des europäischen CEV-Pokals als beste Angreiferin des Turniers ausgezeichnet. „Das hat mich wahnsinnig gefreut, weil im Volleyball eine persönliche Auszeichnung doch sehr selten ist“, sagt Katja Wühler.
Zu den unschönen Erinnerungen gehört ihre schwere Sprunggelenksverletzung, die sie sich vor rund vier Jahren zuzog – zu einer Zeit, als es im gesamten Verein nicht allzu rund lief. „Das war physisch und psychisch für mich ein riesiges Problem, weil es meine erste schwere Verletzung war. Da bekommst du plötzlich Angst und fängst an zu grübeln, ob du danach nochmal den Anschluss schaffst.“ Hinzu kam die Unruhe im Umfeld aufgrund der durchwachsenen Ergebnisse: „Da wurde ich persönlich und sogar meine Familie im Gästebuch der Raben anonym angegriffen. Das war einfach nicht im fairen Rahmen.“ So ganz hat sie dies bis heute noch nicht verdaut: „Schlechte Erfahrungen bleiben länger haften als positive. Das ist nun mal leider so.“

Wer den Wert einer Katja Wühler für die Entwicklung der Roten Raben richtig einschätzen will, muss mit dem Mann reden, der die Diagonalspielerin einst nach Vilsbiburg geholt hat: Manager Klaus-Peter Jung-Kronseder. „Katjas Anteil an unseren Erfolgen ist gar nicht hoch genug zu bewerten. Sie ist in all den Jahren immer ein Vorbild gewesen und hat sich zu einer echten Führungspersönlichkeit entwickelt.“ Dass sie ihre Karriere nun beendet, weiß man bei den Verantwortlichen bereits seit Saisonbeginn. Seit diesem Zeitpunkt fahndet man auch nach einer geeigneten Nachfolgerin. Aber: „So jemanden gibt es derzeit im Damenvolleyball leider nicht – und in Deutschland schon gar nicht“, sagt Jung-Kronseder.
An Katja Wühler imponiert ihm vor allem eine Eigenschaft: „Sie hat es immer geschafft, aus einem Tief noch stärker als zuvor wieder rauszukommen. Das kann man von ihr lernen.“ Über ihre Leistungen in ihrer Abschlusssaison reicht Jung-Kronseder ein Satz: „Wir sahen die beste Katja aller Zeiten.“
Gerät man da als Spielerin nicht ins Wanken, vielleicht doch noch mal eine Spielzeit dranzuhängen? „Es ist einfach der richtige Zeitpunkt jetzt“, weist Katja Wühler jegliche Spekulationen über eine mögliche Rückkehr von sich. „Ich bin jetzt 31, es ist okay so. Und jeder ist ersetzbar – ich bin es auch.“
Also wird sie morgen Abend in der ausverkauften Vilstalhalle zum letzten Mal in der Bundesliga ihre Volleyballschuhe schnüren. Und möglicherweise mit ihrer allerletzten Aktion den entscheidenden Matchball zum erneuten Gewinn der Deutschen Meisterschaft verwandeln? „Ja, das wäre doch cool.“


Nächstes Spiel

am
um Uhr
in
gegen

Logo des Gegners


Liveticker
powered by
beLive

Rote Raben 44
Wiesbaden 44
Schwerin 42
Dresden 40
 
Stuttgart 38
Suhl 32
Hamburg 30
Münster 30
Köpenick 18
10  Potsdam 18
 
11  Sinsheim 10
12  Aachen 10
13  Sonthofen 6
14  Lohhof 2
(c) 2004 Rote Raben Bundesligabetriebs GmbH Vilsbiburg | Impressum